Wenn eine Zauberhand die Fotos knipst


21Apr

Der FH Hagenberg-Student Franz Schernberger entwickelte eine interaktive Fotobox, die mit Kinetic funktioniert. Im März wurde Kimodo präsentiert, nun wird der Markt aufgemischt.

Von Valentina Dirmaier (Artikel in OÖN vom 21.04.2017)

Vier. Drei. Zwei. Eins. Und Blitzlichtgewitter. Fröhliche Gesichter, Fratzen und Grimassen, die eben noch vor der Kamera gemacht wurden, erscheinen in Sekundenschnelle am 24-Zoll-Bildschirm. Dabei hat keiner der Partygäste einen Knopf gedrückt, eine Fernbedienung aktiviert oder an der Spiegelreflexkamera hantiert. Wie von Zauberhand funktioniert sie. Kimodo.at heißt sie, die Fotobox, deren Bezeichnung sich aus Kinetic motion und dem Englischen für „tun“ zusammensetzt. In ihr steckt enormes Know-How, eine gefinkelte Technik und viel Zeit, wie Franz Schernberger, erzählt.

Mit der Technik von Microsoft

Sein „Baby“, das vor nicht einmal einem Jahr in einer Lehrveranstaltung über Gestensteuerung zur Welt gebracht wurde, präsentierte der FH-Hagenberg-Student vor einem Monat beim Tag der offenen Tür an seiner Fakultät. „Das war ein Spaß. Sogar die Professoren haben mitgemacht“, erzählt Firmenpartner Jörg Thaler.

Inzwischen tut das "Baby" des Erfinders auf verschiedenen Veranstaltungen, Firmenfestivitäten und Hochzeiten erste Schritte. Überall dort, wo fröhlich Feiernde einen glücklichen Moment bildlich festhalten wollen. Das Geschäftsmodell ist nicht neu. Sehr wohl aber die Umsetzung.

Denn Kimodo.at wird über eine Gesichtserkennung gesteuert. Möglich macht das Kinect, eine Erfindung von Microsoft. Die Softwaresteuerung wurde durch die Spielkonsole Xbox 360 bekannt und ermöglicht eine Bedienung allein durch Körperbewegung. Wofür sich Erfinder Schernberger besonders begeistert, ist die Face-Swap Funktion. Durch die Gesichtserkennung kann, ähnlich wie beim Instant-Messaging-Dienst Snapchat, die Visage getauscht werden. Da kann es schon mal vorkommen, dass der 30-Jährige seine Fotobox zu Hause testet und zum Spaß sein Gesicht mit jenem seiner eineinhalbjährigen Tochter tauscht.

Aber: „Im Gegensatz zu Snapchat ist mit 25 Megapixel bei uns die Auflösung um ein Vielfaches höher, die Fotos haben die Qualität wie Bilder aus einem Fotostudio“ sagt Schernberger, der bereits emsig am Wachstums seines Babys Kimodo arbeitet.

Mit Unternehmenspartner Thaler, 51 Jahre, den er durch seine Arbeit bei der G.A.S.CAD 3D Technologie, spezialisiert auf Software für erneuerbare Energien, kennenlernte, will er den Markt aufmischen. Das Kind namens Kimodo, made in Hagenberg, lernt inzwischen schon laufen.

Denn bereits einen Monat nach der Einführung haben nicht nur namhafte Unternehmen, Geburtstagsgesellschaften und Brautpaare bei den Unternehmern aus Attnang-Puchheim angeklopft, sondern auch Tourismusverbände. Sie alle wollen das vier Sekunden-Foto, das die Zauberhandmacht.


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